Geschichte

Die Theologische Fakultät Fulda führt die Bildungstradition Fuldas fort, die mit der Gründung des Klosters Fulda (744) und dessen Schule (748) begann und unter Hrabanus Maurus und Rudolf von Fulda einen glanzvollen Höhepunkt erlebte. An die Stelle der benediktinischen Klosterschule trat unter Abt Balthasar von Dernbach (1570-1606) das 1571 von den Jesuiten eröffnete Gymnasium, an dem im Laufe des 17. Jahrhunderts philosophische und theologische Lehrstühle errichtet wurden. Ein von Papst Gregor XIII. im Jahre 1584 gestiftetes Päpstliches Seminar in Fulda sicherte dem Jesuitengymnasium einen geographisch weiten Einzugsbereich der Studenten. 1734 stiftete Adolf von Dalberg aufgrund päpstlicher und kaiserlicher Privilegien eine aus vier Fakultäten bestehende Universität. Nach deren Suspension durch den Landesherrn des säkularisierten Hochstifts Fulda, Wilhelm Friedrich von Oranien-Nassau, im Jahre 1805 führte die Theologische Lehranstalt des Bischöflichen Priesterseminars die wissenschaftliche Ausbildung der künftigen Fuldaer Diözesanpriester fort.

Nach vorübergehender Schließung des Studienbetriebes und des Priesterseminars im Jahre 1874 infolge des Kulturkampfes wurde unter Bischof Kopp (1881-1887) die Philosophisch-Theologische Lehranstalt zusammen mit dem Priesterseminar 1886 wiedereröffnet. Die Rektoratsverfassung besteht seit dem Jahre 1939. Am 1. März 1965 errichtete Bischof Dr. Adolf Bolte (1959-1974) die Philosophisch-Theologische Hochschule Fulda als eine eigenständige "Persona moralis in ecclesia" und setzte die von der "Hochschulkonferenz" erarbeitete Hochschulsatzung in Kraft. Die rechtliche Stellung der Hochschule zur Landesregierung wird bestimmt durch Art. 9 und 12 des Konkordates und die in Art. 60 der Hessischen Verfassung festgelegte Stellung des Fuldaer Priesterseminars, dessen wissenschaftliche Aufgabe die Hochschule übernimmt.

Aufgrund langjähriger Bemühungen von Bischof Dr. Eduard Schick wurde mit Wir­kung vom 22. Dezember 1978, dem Tag seines Goldenen Priester­jubi­läums, die Philosophisch-Theologische Hochschule Fulda durch die Hl. Kon­gregation für das Katholische Bildungs­wesen zur Theologischen Fakultät erhoben. Sie besitzt laut Ur­kunde des Hessischen Kultusministers vom 23. Februar 1983 gemäß dem Hessi­schen Hochschulgesetz die Eigenschaft einer staatlich anerkannten wissenschaftli­chen Hochschule und führt die Be­zeich­nung "Theologische Fakultät Fulda" -  Staat­lich anerkannte wissen­schaftliche Hochschule . Als akademische Grade können erworben werden: das Diplom, das Lizentiat und Promotion in Theologie sowie die Habilitation.

Seit der Gründung des Katholisch-Theologischen Seminars in Marburg 1961 durch den Bischöf­lichen Stuhl gibt es eine enge Zusammenarbeit mit der Theologischen Fakultät Fulda. Prof. Gerhard Matern als erster Direktor war gleichzeitig Professor in Fulda. Bis heute unterrichten die Professoren der Theologischen Fakultät auch am Katholisch-Theologischen Seminar in Marburg.

Mit dem Beginn des Wintersemesters 2010/11 wurde der neue Studien­gang „Magister Theologiae“ eingeführt. Auf Grund der von der Stiftung zur Akkredi­tierung von Studiengängen in Deutschland am 31. Oktober 2008 verliehenen Berechti­gung akkreditierte die Agentur für Qualitätssicherung und Akkredi­tierung kano­nischer Studiengänge e. V. (AKAST) den Studien­gang „Katho­lische Theologie (Mag. theol.)“ an der Theologischen Fakultät Fulda und ver­lieh ihm mit Urkunde vom 18. März 2010 das Siegel des Akkre­ditierungsrates. Der Studiengang wurde am 16. September 2010 von der Agentur für Qualitäts­si­cherung und Akkreditierung kanonischer Studien­gänge e.V. für fünf Jahre akkreditiert. Die Studien- und Prüfungs­ord­nung trat nach Bestäti­gung durch den Großkanzler am 30. September 2010 und nach Approbation durch die Kongregation für das Katholische Bildungs­wesen am 8. November 2010 mit der Veröffentlichung im Kirchlichen Amts­blatt für die Diözese Fulda im kirchenrechtlichen Sinn in Kraft. Die Reakkreditierung erfolgte gemäß dem Beschluss der Akkre­ditierungskommission (Akkreditierungsrat AKAST) vom 15.09.2016 und gilt bis zum 30.09.2022.

Am Festtag des hl. Hrabanus Maurus, dem 4.2.2015, hat der Großkanzler, Bischof Heinz Josef Algermissen, ein „Gesetz über die Hochschulträgerschaft im Bistum Fulda“ unterzeichnet. Dadurch wird das Katholisch-Theologisches Seminar an der Philipps-Universität Marburg, das der Ausbildung von Gymnasiallehrern im Fach „Katholische Religion“ dient, in die Theologische Fakultät Fulda integriert.

Der im Wintersemester 2015/16 eingeführte Bachelor-Studiengang wird zurzeit weiterentwickelt.