Religionspädagogik

Wieviel Bildung braucht der Glaube – wieviel Glaube braucht die Bildung?

Die Religionspädagogik reflektiert das Spannungsverhältnis von Religion im Allgemeinen und christlichem Glauben im Besonderen einerseits und dem menschlichen Bildungsbedürfnis andererseits im Kontext des neuzeitlichen Ringens um Freiheit und Autonomie. Sie versteht sich als theologische Verbundwissenschaft, die sowohl den innertheologischen wie den interdisziplinären Diskurs sucht. Ihr besonders Interesse gilt dem Religionsunterricht, sie reflektiert aber auch weitere religiöse Lernorte wie die Familie, die Katechese oder die Erwachsenenbildung. Als wichtiger theologischer Ansprechpartner fungiert die systematische Theologie (bes. Dogmatik, Fundamentaltheologie), aber auch die übrigen theologischen Diszipilnen (z.B. die Exegese für die Bibeldidaktik), in interdisziplinärer Perspektive sind die Pädagogik, die Soziologie oder auch die Psychologie wichtige Partnerdisziplinen.

Als theologische Disziplin fragt die Religionspädagogik nach der geschichtlich konkreten, biographischen Verortung des christlichen Glaubens. Zugleich ist sie die Fachdidaktik des religiösen Lernens christlicher Provenienz. Beide Teilaufgaben verwirklicht sie miteinander: Konstitutiv ist für die Religionspädagogik die Dialektik von Glaube und Bildung.

Die Religionspädagogik gehört zur praktischen Theologie. Dies nicht, weil es ihr um Anwendungs- oder Vermittlungsmöglichkeiten fachtheologischer Erkenntisse ginge, sondern weil ihr Interesse der Praxis des Glaubens sowohl in hermeneutischer als auch in normativer Hinsicht gilt: die Religionspädagogik sucht nach Gestaltungs- und Vergewisserungsformen heutigen Glaubens in Anknüpfung an und Auseinandersetzung mit alternativen Formen, religiöse Überzeugungen zu leben.

 

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